Expeditionsschiff FEUERLAND

Die abenteuerlichen 7 Leben des Expeditionsschiffes FEUERLAND

1927 lief er in Büsum vom Stapel: der Expeditionskutter des Flugpioniers Gunther Plüschow. Der Marineoffizier war im Verlauf des 1. Weltkrieges als „Flieger von Tsingtau“ berühmt geworden. Nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst wandte sich der populäre Flieger seinem Sehnsuchtsort, der nur spärlich kartierten Bergwelt an der Südspitze Südamerikas zu. Mit einem Doppeldecker überflogen Plüschow und sein Kollege Ernst Dreblow Feuerland und das angrenzende Patagonien. Erstmals konnte dank dieser Pionierleistung das unwegsame Gelände mittels der entstandenen Luftaufnahmen kartographisch erfasst werden.

Der eigens für diese Expedition gebaute Segelkutter FEUERLAND diente als schwimmende Operationsbasis. Während Plüschow und Dreblow 1931 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten, überlebte der Kutter in den rauen Seegebieten Südamerikas. Wechselnde Besitzer passten den robusten Kutter ihren Bedürfnissen an. Das einstige Expeditionsschiff hat eine wechselvolle Karriere als Schaftransporter und Versorgungsschiff hinter sich, dem selbst im Falklandkrieg von1982 eine entscheidende Rolle zukam. Vor 15 Jahren gelang es einem Zusammenschluss interessierter Akteure, das Schiff zurück nach Deutschland zu bringen. Bald darauf wurde es vom Denkmalamt als „bewegliches Kulturdenkmal“ anerkannt. Seit dem Mai 2018 hat der Kutter nun auf der Flensburger Museumswerft festgemacht. Hier soll das berühmte Schiff für seine zukünftige Nutzung als Traditionsschiff instandgesetzt werden.

Das Flensburger Schifffahrtsmuseum widmet dem tapferen Schiff mit seiner überaus spannenden Biographie eine eigene Ausstellung.

Ort: Flensburger Schifffahrtsmuseum

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