Spannende Aussichten: At the waters edge

In ihrer Kindheit in den sechziger Jahren verbrachte die schwedische Künstlerin Hanna Sjöberg die Sommer am Ostseestrand. Das Meer faszinierte das Kind und warf die Frage auf: Was gibt es auf der anderen Seite des Meeres? Das Projekt At the water’s edge knüpft an der bis heute unbeantworteten Neugier des Ostseekindes an eine Zeit an, als das Meer vom Eisernen Vorhang geteilt war.

Die Zeit des Kalten Krieges hatte die Verbindungen über die Ostsee vollständig gekappt und jeglichen Austausch zum Erliegen gebracht. Es war eine Zeit der bewussten Ausblendung des Fremden, als die Karten von Nachbarländern große weiße Flecken aufwiesen. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde die Ostseeregion zum Hinterhof Europas, in dem die Verkehrsverbindungen immer noch nicht vollständig wiederhergestellt sind. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat sich die Region zu einer der wichtigsten der EU entwickelt, über die 8% des Welthandels abgewickelt werden. Doch die Erfahrung des durch den Eisernen Vorhang geteilten Meeres hat Spuren in Generationen von Menschen hinterlassen.

Das internationale Ausstellungsprojekt der Ostseeanrainer sammelt und spiegelt Erfahrungen und Erinnerungen aus jener Zeit. Was war wirklich auf der anderen Seite des Meeres? Das Ausstellungsprojekt dient dem Austausch und möchte sowohl lokale als auch transnationale Erinnerungen bewahren. Als Wanderausstellung konzipiert, wird die Präsentation vor Ort um ihre jeweiligen regionalen Objekte, Erzählungen und Erinnerungen ergänzt. Auf diese Weise entsteht ein kaleidoskopisches Bild der Ostsee.

Die Ausstellung startete im Juni 2017 auf Gotland und wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 im Flensburger Schifffahrtsmuseum Station machen.

Sie haben Fotos, Dokumente, Objekte oder Erinnerungen aus der Zeit des Eisernen Vorhangs mit Flensburger Bezug und möchte Ihre Erinnerungen mit uns teilen? Wir freuen uns auf ihre Beiträge! Gefördert durch die UNITAS Foundation, Tallinn.

Ihre Ansprechpartnerin:
Susanne Grigull
- Leiterin des Flensburger Schifffahrtsmuseums -
Telefon: +49 (0) 461 - 85 29 70